Die Neufindung der Mitte

Von Thomas Bez
15.09.2013 11:38 UTC neu
im Weblog TedescaNet

Ich bekenne: Ich habe CDU gewählt. 1990, 1994, 1998, 2002, 2005 und 2009. Sechsmal also, manchmal in Kombination mit der FDP. Damit bin ich wohl ein konservativer Stammwähler.

Ich lebe in relativem, selbstgeschaffenem Wohlstand und möchte, daß er erhalten bleibt. Ich denke liberal, halte mich für einen Patrioten, habe gelegentlich leichte antikapitalistische Anwandlungen. Ich gehöre zu denen, die dafür zahlen, daß dieser Staat funktioniert.

Ich behaupte: Ich bin die Mitte der Gesellschaft.

Ich habe das Vertrauen in die Partei, die ich 20 Jahre gewählt habe, verloren. Ich fühle mich von ihr verraten durch die Energiewende, ihre Euro-Rettungspolitik, welche nur den Großinvestoren auf den Finanzmärkten nützt, ihre schleichende Verwandlung in eine sozialdemokratische Partei und ihre Feigheit, die unsere Freiheit fremden wirtschaftlichen und Sicherheitsinteressen opfert.

Ich erkenne auch sonst nur noch Blockparteien, die sich heute die Macht in diesem Land teilen, und finde keine unter ihnen, bei der meine Interessen, die Interessen der Mitte, gut aufgehoben wären. Ich will in unserem Land weniger Regulierung und Umverteilung, weniger staatlichen Eingriff in das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben und keine Unterwerfung unter europäische oder amerikanische Hegemonie. Stattdessen will ich mehr Freiheit, funktionierende Märkte und die Wahrung unserer eigenen nationalen und kulturellen Interessen.

Ich wünsche mir eine wahrhaft liberale und nationale Partei in Deutschland. Bislang gab es keine, aber das könnte sich ändern. Es gibt für die Mitte (auch den Teil, der gerade aus grünen Träumen erwacht) wieder eine Alternative. Die CDU wäre gut beraten gewesen, nach dem Ausfall der FDP mit dieser neuen Kraft zusammen zu gehen. Das hätte den Konservativen gut getan und langfristig mehr genützt als sich in eine Große Koalition zu flüchten.